Home Assistant: Das Aquarium im Smart Home – Die Logik bleibt im Controller

Oquari integriert sich nativ in Home Assistant: Du aktivierst eine Option im Panel, und die Aquarien-Entitäten erscheinen automatisch in HA – ohne Konfigurationscode, ohne Cloud und ohne Plugins Dritter. Dieser Leitfaden zeigt, wie du die Verbindung aufbaust, was genau in Home Assistant sichtbar wird und wo die Grenze verläuft: Home Assistant überwacht und bietet Komfort, aber die kritische Logik bleibt im Oquari-Controller.

Was ist Home Assistant (in zwei Absätzen)?

Home Assistant ist die weltweit beliebteste offene Smart-Home-Plattform: Eine kostenlose Software, die du lokal installierst (auf Raspberry Pi, Mini-PC oder NAS) und die Geräte verschiedener Hersteller in einem System vereint – mit Dashboards, historischen Diagrammen, Automatisierungen und Push-Benachrichtigungen aufs Handy.

Für den Aquarianer bedeutet Home Assistant einen zentralen Ort, an dem das Aquarium auf den Rest des Hauses trifft: Der pH-Wert wird neben der Wohnzimmer-Temperatur angezeigt, die Leckage-Meldung landet auf demselben Telefon wie der Hausalarm, und ein „Füttern“-Button steht auf dem Tablet in der Küche bereit.

Schritt 1: Der MQTT-Broker

Oquari kommuniziert mit Home Assistant über MQTT – ein leichtgewichtiges Kommunikationsprotokoll für Smart Homes. Du benötigst einen Broker (Nachrichtenvermittler) im lokalen Netzwerk; in der Praxis ist dies eine einzige Installation:

  1. In Home Assistant: Einstellungen → Add-ons → Add-on Store → Mosquitto broker installieren und starten.
  2. Erstelle in HA einen Benutzer für den Controller (z. B. oquari) – das Mosquitto-Add-on nutzt die HA-Benutzerkonten.
  3. Aktiviere in HA die MQTT-Integration (diese schlägt sich meist nach dem Start des Brokers selbst vor).

Schritt 2: Aktivierung im Oquari-Panel

  1. Öffne das Controller-Panel (oquari-XXXX.local) → Registerkarte Home Assistant.
  2. Aktiviere die Integration und gib folgende Daten ein: Broker-Adresse (mqtt://IP-deines-HA:1883), Benutzername und Passwort des MQTT-Benutzers.
  3. Speichere die Einstellungen – der Controller verbindet sich mit dem Broker und meldet seine Entitäten (MQTT Discovery).

Kurz darauf erscheint in Home Assistant unter Einstellungen → Geräte & Dienste → MQTT das Gerät „Oquari“ mit dem vollständigen Satz an Entitäten.

Die Verbindung zum Broker ist unverschlüsselt (lokales Netzwerk). Verwende diese Integration ausschließlich im eigenen LAN und weise dem MQTT-Benutzer ein separates Passwort zu. Dies ist das Standardarbeitsmodell für lokale Smart-Home-Geräte.

Was erscheint in Home Assistant?

Die Entitäten entsprechen deiner Konfiguration – der Controller meldet sie automatisch mit korrekten Einheiten und Klassen (damit HA sofort Diagramme zeichnet und versteht, was Temperatur und was Energie ist):

  • Sensoren: Temperatur, pH-Wert, ORP, Salzgehalt, Füllstände, Durchfluss (l/min), Leistung und Energie jedes Steckdoses, Zähler für dosierte Flüssigkeitsmengen.
  • Binäre Sensoren: Füllstandssensoren, Leckage-Sensoren, Alarme (Überhitzung, ATO-Limit, leerer Behälter), Status „Dosierung aktiv“.
  • Schalter und Lichter: Gemessene Steckdosen als switch, Beleuchtungskanäle als light.
  • Numerische Felder und Modi: Dosiermengen als number, Betriebsmodi als select, Fütterung als button.

Dazu kommt die Verfügbarkeitsentität: Wenn der Controller aus dem Netzwerk verschwindet, markiert HA seine Entitäten sofort als nicht verfügbar – was bereits ein hervorragender Alarm ist („Aquarium offline“).

Beispiel: Fütterung pausiert die Strömung für 5 Minuten

Ein klassischer Komfort – ein Button in HA, der die Umlaufpumpe während der Fütterung stoppt und den Betrieb automatisch wiederherstellt:

alias: Füttern – Strömungspause
trigger:
  - platform: state
    entity_id: input_button.fuettern
action:
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.oquari_umlaufpumpe
  - delay: "00:05:00"
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.oquari_umlaufpumpe

In der Praxis musst du dies gar nicht selbst schreiben – Oquari hat einen integrierten Fütterungsmodus (button.oquari_fuettern), der die Pumpen automatisch pausiert und wieder startet. Das Beispiel verdeutlicht jedoch das Prinzip: Oquari-Entitäten verhalten sich in HA wie alle anderen Entitäten auch.

Weitere sinnvolle Automatisierungen: Push-Benachrichtigung bei Temperatur- oder Leckagealarm, Erinnerung zum Wechseln der CO₂-Flasche, wenn der Flüssigkeitszähler das Flaschenvolumen überschreitet, ein tägliches pH-Diagramm im Dashboard neben dem CO₂-Fenster.

Die Aufgabenteilung: HA überwacht, der Controller schützt

Der wichtigste Abschnitt dieses Leitfadens. Kritische Logik – Heiz-Hysterese, Notabschaltungen, ATO-Limits, Wasseraustausch, CO₂-Zeitfenster, Dosierung – läuft im Controller lokal ab. Home Assistant ist die Überwachungs- und Komfortebene: Dashboards, Historie, Benachrichtigungen, Szenarien wie Fütterung.

Diese Trennung ist kein Zufall, sondern Fundament der Sicherheit:

  • Wenn WLAN, Router, HA-Server oder Internet ausfallen, hält die Heizung weiterhin die Temperatur, ATO überwacht weiterhin die Limits und CO₂ schließt sich außerhalb des Lichtfensters. Das Becken bemerkt den Netzwerkausfall nicht.
  • Home Assistant-Automatisierungen können Steckdosen umschalten, aber sie können die Sicherheitsebene des Controllers nicht umgehen: Zwangsabschaltungen (Überhitzungsschutz, Leckagesperre) haben Vorrang auch vor Befehlen aus MQTT.

Verschiebe Schutzlogik nicht in Home Assistant, selbst wenn du sie dort programmieren könntest. Eine Automatisierung „Heizstab bei 27,5 °C ausschalten“ in HA existiert nicht mehr, sobald der HA-Server ausgefallen ist. Dieselbe Regel im Controller funktioniert immer. Nutze Home Assistant für das, wofür es hervorragend geeignet ist: Sehen, Verstehen und Erleichtern.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich ein Internetabonnement für die Home Assistant-Integration?

Nein. Die Kommunikation zwischen Oquari und Home Assistant erfolgt ausschließlich über MQTT im lokalen Netzwerk. Es gibt keine Cloud-Mittelstelle, keine monatlichen Gebühren und keine Abhängigkeit von einer externen Internetverbindung für den Grundbetrieb der Aquarienautomatik.

Was passiert mit meiner Aquariums-Steuerung, wenn Home Assistant abstürzt?

Nichts. Die gesamte kritische Logik – Heizung, Kühlung, Wasseraustausch, CO₂-Fenster und Dosierung – läuft direkt auf dem Oquari-Controller. Home Assistant dient nur der Visualisierung und zusätzlichen Komfortfunktionen. Ein Ausfall von HA unterbricht weder die Temperaturhaltung noch den automatischen Wasseraustausch.

Kann ich über Home Assistant alle Einstellungen des Controllers ändern?

Home Assistant spiegelt die wichtigsten Betriebsparameter wider, wie Schalterzustände, Sensordaten und einfache Modus-Umschaltungen. Für tiefgreifende Konfigurationen, wie das Feintuning von Hysterese-Werten, Dosierprofilen oder Alarmgrenzen, ist es jedoch sicherer und übersichtlicher, direkt im Oquari-Panel zu arbeiten, da dort die volle Funktionalität des Controllers zugänglich ist.

Ist die MQTT-Verbindung sicher genug für mein Heimnetzwerk?

MQTT ist ein Standardprotokoll für lokale Smart-Home-Kommunikation. Die Verbindung ist zwar unverschlüsselt, was im lokalen LAN üblich ist. Wichtig ist, dass du einen starken, einzigartigen Benutzernamen und Passwort für die MQTT-Authentifizierung im Oquari-Panel und in Home Assistant verwendest, um unbefugten Zugriff durch andere Geräte im Netzwerk zu verhindern.

Funktioniert die Integration auch mit älteren Versionen von Home Assistant?

Die MQTT Discovery-Funktion ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von Home Assistant. Solange deine HA-Version den aktuellen MQTT-Standard unterstützt, sollte die automatische Erkennung der Oquari-Entitäten problemlos funktionieren. Wir empfehlen jedoch stets, Home Assistant auf einem aktuellen Stand zu halten, um von Sicherheitsupdates und Performance-Verbesserungen zu profitieren.