Automatische Wasserwechsel (AWC): Eine Zahl statt Eimer und Schlauch
Der Wasserwechsel ist die unangenehmste Routine in der Aquaristik: langweilig, regelmäßig und leicht „auf morgen“ verschoben. Die automatische Wasserwechselfunktion (AWC – Automatic Water Change) von Oquari übernimmt diese Aufgabe für Sie: in kleinen Portionen, leise und über den gesamten Tag verteilt. Sie geben einen einzigen Wert ein – wie viele Liter pro Woche – und der Controller verteilt diesen automatisch auf kleine, regelmäßige Mengen. Kein Mischen im Eimer, kein Schlauch im Aquarium, kein „ich habe es vergessen“.
Warum kleine Portionen statt eines großen Wasserwechsels?
Ein klassischer Wasserwechsel von 20–30 % einmal wöchentlich bedeutet jedes Mal einen Sprung in den Parametern: Temperatur, Salzgehalt, pH-Wert. Für Fische ist das Stress, für Korallen ein reales Risiko. AWC kehrt diese Logik um: Statt seltener, großer Änderungen werden häufige, sehr kleine Mengen umgesetzt. Das Wasser im Becken „springt“ praktisch nicht, und die Bewohner leben in einem engen, stabilen Bereich. Dasselbe wöchentliche Volumen, verteilt auf dutzende Mikroportionen, ist einfach schonender.
Süßwasservariante: Einfach und direkt
Die einfachste Architektur – ohne Zwischentank. Frisches RO-Wasser fließt direkt ins Aquarium. Der Zyklus (alle 30 Minuten) läuft so ab:
- Der Controller prüft den Wasserstand – der Wechsel startet nur, wenn der Stand korrekt ist.
- Eine kleine Pumpe leitet die festgelegte Portion in den Abfluss.
- Das System wartet, bis sich der Wasserstand stabilisiert hat.
- Wenn der Stand wieder dem Zustand vor dem Ablass entspricht, öffnet sich das Magnetventil und RO-Wasser gleicht den Verlust aus.
- Der Zyklus wird im Protokoll gespeichert (Volumen, Zeit, Status).
Sie geben eine einzige Zahl ein – z. B. 30 Liter pro Woche – der Rest wird vom Controller berechnet.
Salzwasservariante: Puffer, weil Riffe weniger verzeihen
In ein Meerwasseraquarium darf niemals reines RO-Wasser eingefüllt werden – es muss exakt denselben Salzgehalt wie das Becken haben. Daher kommt ein Puffertank hinzu, in dem das Wasser vorbereitend hergestellt wird:
- Die RO-Membrane füllt den Puffer automatisch auf, wenn der Pegel darin ein Minimum erreicht hat – nicht starr zu einer bestimmten Uhrzeit. Dadurch arbeitet sie in langen, seltenen Zyklen (ungefähr einmal täglich), was ihre Lebensdauer erheblich verlängert.
- Nach dem Füllen startet die Umwälzpumpe, und die Dosierpumpe fügt eine konzentrierte Salzlösung hinzu, berechnet auf den Zielsalzgehalt.
- Der Sensor bestätigt das Ergebnis innerhalb der vorgegebenen Toleranz – erst dann wird der Puffer als bereit markiert.
Der eigentliche Wechselzyklus ist derselbe wie bei Süßwasser, aber anstatt RO-Wasser bezieht er das vorbereitete, zuvor verifizierte Salzwasser. Wenn gerade gemischt wird und kein fertiges Wasser verfügbar ist, nutzt das System eine zuvor hergestellte Portion. Unter keinen Umständen lässt es reines RO-Wasser in ein Salzwasserbecken fließen.
Sicherungen: Priorität ist, nichts zu beschädigen
Automatisierung, die mit Wasser arbeitet, muss wissen, wie sie sich selbst stoppt. AWC hat vier harte Sperren, die in einem unveränderlichen Sicherheitsbereich des Programms verankert sind:
| Sicherung | Funktion |
|---|---|
| Mindestpegelsensor | Zu wenig Wasser → das gesamte System stoppt sofort und sendet einen Alarm. Priorität: Keine Komponente läuft „trocken“. |
| Durchflussmesser | Stellen sicher, dass die abgepumpte/zugefügte Wassermenge mit dem Plan übereinstimmt. Abweichung → sofortiges Abschalten des Ventils/der Pumpe und Benachrichtigung über möglichen Auslauf. |
| Sperre gegen Doppelzyklen | Der nächste Ablass startet nicht, bis der Pegel den Zustand vor dem vorherigen Zyklus erreicht hat – das Aquarium kann nicht schrittweise geleert werden. |
| Zähler fehlgeschlagener Zyklen | Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen stoppt das System vollständig und fordert manuelle Intervention anstatt endlos zu wiederholen. |
Alles dies wird lokal im Controller ausgeführt – nicht in der Cloud. Ein Internetausfall unterbricht keinen Zyklus noch „endet blind“.
Wie unterscheidet sich das von der Konkurrenz?
Am Markt verfügbare Lösungen behandeln den Wasserwechsel als Zusatzfunktion: Sie bereiten das Wasser vor und überwachen die Tanks. Oquari automatisiert die gesamte Kette – von der RO-Wassererzeugung über die Salzgehaltvorbereitung bis hin zum eigentlichen Wechsel. Sie geben Liter pro Woche ein und denken nicht mehr daran. Und häufige kleine Portionen statt seltener großer bedeuten geringere Parameterschwankungen – also ein besseres Zuhause für Organismen, die Änderungen nicht vertragen.
Konfiguration im Portal – Schritt für Schritt
- Panel → Wasser → Wasserwechsel (AWC).
- Variante wählen (Süßwasser / Salzwasser mit Puffer).
- Liter pro Woche und Größe der einzelnen Portion eingeben.
- Sicherheitsschwellen festlegen (Mindestpegel, Durchflusstoleranz, bei Salzwasser – Salzgehaltstoleranz).
- Speichern – der Controller erstellt die Sequenz und beginnt, die Zyklen zu protokollieren (Volumen, Salzgehalt, Zeit, Status).
Abschließend eine gute Praxis unabhängig vom Automaten: Ab und zu einen Blick auf Pumpen, Schläuche und den Puffertank werfen. AWC wechselt das Wasser – aber Sie wissen, wie ein gesundes Becken aussieht.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich im Salzwassermodus immer einen Puffertank verwenden?
Ja. Reines RO-Wasser hat keinen Salzgehalt und würde den Salzgehalt im Aquarium sofort verändern, was für marine Organismen schädlich ist. Der Puffer stellt sicher, dass nur korrekt dosiertes Salzwasser in das Becken gelangt.
Was passiert, wenn die Stromversorgung während eines Wasserwechsels ausfällt?
Da die Steuerung lokal auf dem Oquari-Core läuft und nicht von einer Cloud abhängt, startet der Controller nach einem Stromausfall in einer sicheren Reihenfolge neu. Unvollendete Zyklen werden abgebrochen und erst fortgesetzt, wenn alle Sensoren wieder einen stabilen Zustand melden.
Kann ich die Häufigkeit der Wasserwechsel manuell ändern?
Sie legen das Gesamtvolumen pro Woche fest. Der Controller berechnet daraus automatisch die Intervalle und Portionengrößen, um eine gleichmäßige Verteilung über den Tag zu gewährleisten. Eine manuelle Feinjustierung der Intervalle ist nicht vorgesehen, da dies die Stabilität des Systems beeinträchtigen könnte.
Wie wird sichergestellt, dass kein Wasser ausläuft?
Durchflussmesser überwachen jede Pumpe und jedes Ventil. Wenn die geförderte Menge vom Sollwert abweicht oder ein Mindestpegelsensor einen kritischen Level meldet, stoppt das System sofort alle Wasservorgänge und sendet eine Alarmbenachrichtigung an Ihr Gerät.
Ist die Integration in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant möglich?
Ja. Oquari unterstützt eine native Integration über MQTT Discovery. Das Aquarium erscheint automatisch als vollständige Sammlung von Entitäten in Home Assistant, ohne dass ein Cloud-Konto oder zusätzliche Konfigurationen erforderlich sind.